Surfskate- und Longboardpflege

Safety first:

Vor der ersten Ausfahrt sicher gehen, dass die Rollen beim Lenken nicht das Deck berühren können (Wheelbite). Wie stark eine Achse einlenkt, hängt unter Anderem vom Gewichts des Fahrers ab. Gegebenenfalls die Lenkgummies (Bushings) gegen härtere tauschen. Feineinstellungen können mit der Kingpinschraube gemacht werden. Beachte: Die Mutter nicht zu fest anziehen. Die Bushings sollen erst beim Lenken komprimiert werden. Der „Weelbite-Test“ sollte nach jeder Modifikation des „Fahrwerks“ gemacht werden. 

Pflege und Wartung:

Prüfe regelmäßig, ob sich keine Schraube gelöst hat. Trotz der Schraubensicherungen kommt es gelegentlich vor, dass die Muttern etwas nachgezogen werden müssen. Die meisten Muttern haben eine Nylon-Sicherung im oberen Teil, damit sie sich nicht unbeabsichtigt lösen. Diese nutzt sich beim häufigen Drehen der Schraube ab, wenn z.B die Rollen oft getauscht werden usw. Daher die ab und zu austauschen. Besonders die Kingpinmuttern der Surfachsen- und Adapter (Carver, YOW usw.) sollte man im Auge behalten. Die häufigen Drehbewegungen können zum Lockern der Mutter führen, wenn diese nicht mehr ganz „frisch“ ist. 

Hilfe, mein Board quietscht!

Quietschgeräusche mein Lenken können mehrere Ursachen haben. Oft ist der Pivotcup (die kleine Kunststoffschale in der Baseplate der Achse) der Übeltäter. Einfach den Pivot dünn mit Silikonfett behandeln und fertig. Zur Not funktionieren auch Seifenspäne oder etwas Kerzenwachs. Bitte keine Mineralöle benutzen, sie können den Kunststoff angreifen. 

Eine andere, häufige Ursache sind die Bushings. lenkgummies bitte nie ölen oder fetten. Sie brauchen etwas Reibung, sonst rutschen sie beim Lenken aus den Washern und Wheelbites können die Folge sein. Einfach die Bushingseats der Achse mit etwas Kerzenwachs einreiben und fertig. 

Bei Surfachsen kann die Ursache für störende Geräusche auch hier liegen. Die beweglichen Teile sollten regelmäßig leicht gefettet werden. Dazu den Surfadapter bzw. die Surfachse auseinanderbauen. Merke Dir die Reihenfolge der Teile, dann ist der Zusammenbau hinterher einfacher. Fett hat gegenüber Öl den Vorteil, dass es sich weniger schnell verflüchtigt. 


Nach allen Wartungsarbeiten und Veränderungen am „Fahrwerk“ unbedingt hinterher prüfen, dass es nicht zu Wheelbite kommen kann. 

Rollen: 

Rollen gibt es wie Sand am Meer. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen: Griprollen und Slide- bzw. Freeriderollen. Erstere zeichnen sich durch eine meist breite Auflagefläche und scharfe Kanten (Lippen) aus. Auch bei scharfen Richtungswechseln, z.B, beim Slalom oder dem Surfskaten rutschen sie nicht so schnell weg wie Sliderollen. 

Wenn Du gerne Sliden möchtest, wähle eher schmale Rollen mit runder Lippe. Oft haben diese auch schon ein „stoneground“ Finish, d-h- sie sind bereits angerauht und müssen kaum eingefahren werden. Die abgerundeteten Lippen krallen sich nicht in den Asphalt und die Wheels kommen schneller ins rutschen. Beim Üben von Surfmoves eine echte Erleichterung. 

Große Rollen bieten mehr Fahrkomfort auf schlechten Belägen. Sie sind aber träger als Kleine (größeren Schwungmasse). Bei sehr weichen Achseinstellungen kommt es schneller zu Wheelbites, d.h. Die Rollen stoßen beim Lenken an das Deck. Bei den gängigen Surfskates sind Rollen zwischen 60 und 65mm meist unproblematisch. 

Split-Duro:

Bei Slalomboards und Surfskates kann es sinnvoll sein, vorne und hinten unterschiedliche Rollen zu fahren. Vorne härter für mehr Speed, hinten weicher für mehr Grip. Um Wendigkeit und Beschleunigung zu verbessern, kann man vorne etwas kleinere, schmalere Wheels montieren. Den maximalen Grip braucht man auf der Hinterachse. Wir bieten viele Rollen paarweise an. Fällt der Größenunterschied gering aus, muss der Höhenunterschied nicht ausgeglichen werden. Relevant ist hier der Radius. 

Kugellager: 

Die Lager müssen einiges leisten. Ab und zu sollte die Schmierung geprüft werden. Ein lautes Kugellager läuft bereits ziemlich trocken. Und so geht’s: Achsmutter lösen und abehmen. Man sollte darauf achten, die kleinen Unterlegscheiben, zwischen Mutter und lager bzw. Lager und Achs-Hanger, die Speedringe nicht zu verlieren. Die Rolle etwas abziehen bis sie noch ca. 8mm auf der Achse steckt und mit vorsichtigen Hebeln das Bearing entfernen. Ebenso auf der anderen Seite. 

Manche Kugellager sind einseitig offen (besser zu warten und weniger Reibung), einige beidseitig mit einem Kunststoffring geschlossen. Ist dies der Fall, kann er vorsichtig mit einer Stecknadel abgehebelt werden. Am besten ist es, wenn die Bearings erstmal gründlich mit Spiritus ausgespült werden. Wir haben dazu eine spezielle Flasche im Sortiment. So löst man Altöl und Schmutz. Falls das nicht nötig ist, einfach 2-3 kleine Tropfen Kugellageröl in die offene Seite des Lagers geben. Bitte kein WD40 o.Ä. benutzen. Kriechöle sind nicht zur dauerhaften Schmierung gedacht! Dann die Lagerabdeckungen vorsichtig wieder reindrücken und checken, ob sich das Lager frei drehen kann. Dann kannst Du alles wieder zusammenbauen. Ach, ja: Zwischen den Kugellagern sollte sich ein sogenannter „Spacer“ befinden, ein Distanzstück aus Metall, welches verhindert, dass die Lager zusammengedrückt werden, wenn man die Achsmutter des Skateboards anzieht oder das Board Querkräften ausgesetzt ist, was bei Surfskaten ja der Fall ist. Wir empfehlen, solche Spacer zu benutzen, die kosten nich die Welt. 

Die Achsmutter sollte so fest angezogen werden, dass die Rollen sich frei drehen kann und nicht auf der Achse wackelt. 

Zusatz: es gibt sogenannte „Built-In“ Bearings, die sowohl die Speedringe als auch Spacer bereits integriert haben. Die Zealous Bearings z.B. sind solche und wir benutzen diese fast ausschließlich. Der Rollenwechsel geht flotter und man kann dabei keine Teile verlieren. Solche lager kosten nur ein bisschen mehr als normale Lager. 

Hilfe, ich habe mein Board gecrasht.

Rollt ein Surfskate oder Longboard gegen einen Boardstein o.Ä. platzt oft die Nose des Decks etwas auf. Das ist ärgerlich aber auch nicht sooo schlimm. Zum Kleben am besten prüfen, ob man die Teile mit etwas Druck aufeinander pressen kann. Stehen Holzfasern quer, sollte man diese vorsichtig entfernen. Zu Kleben kleinerer Macken verwende ich dünnflüssigen Sekundenkleber, weil er optimal in den kleinsten Zwischenraum läuft. Falls nötig, den Spalt mit Zahnstochern o.Ä. etwas spreizen. Und den Sekundenkleber hineinlaufen lassen. Dann die Zahnstocher entfernen und mit einer Schraubzwinge die Teile fest zusammenpressen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Zwingen nicht durch herausquellenden Sekundenkleber festklebt. Ich streiche vorher die Zwinge (oder besser eine harte Kunstoffplatte) mit etwas Silikonfett ein. Am besten, man wartet ca. 30 Minuten, bis der Kleber hart ist. Herausstehende Fasern oder Klebereste kann man mit Schleifpapier glätten. Profis können auch Epoxidharz benutzen. Dieses füllt Zwischenräume besser. 

ACHTUNG: Bei Sekundenkleber bitte aufpassen, da Hautteile oder Augen schnell zusammenkleben können. Bei allen Klebern die Sicherheitshinweise auf der Verpackung des Produkts beachten. 

Unsere Basteltipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und werden ggf. ergänzt. Wartungs- und Reparaturarbeiten geschehen auf eigenes Risiko. Bei Fragen und zusätzlichen Tipps schreibe uns gerne eine Mail.